13. Oct. 2019

Kinderstimmbildung


Kinderstimmbildung

Die Wurzeln der klassischen Gesangsausbildung von Kindern reichen sehr weit zurück. Bereits in der Antike finden sich Ansätze zur fachspezifischen Ausbildung der Kinderstimme. Hier waren es vor allem die Sängerschulen, wie z. B. die römische Schola cantorum, die Knaben im Kirchengesang schulten.

Die Gründung der mittelalterlichen Klosterschulen war Voraussetzung für das Heranbilden von geistlichem Nachwuchs, in dessen Ausbildung der liturgische Gesang wichtiger Bestandteil war. Die enge Verbindung Klosterschule-Klostermusik bestand zumindest bis in das 16. Jahrhundert hinein, in manchen Klöstern besteht die Kombination Klosterschule-Sängerknaben bis heute. Aber nicht die Klöster allein, auch weltliche Herrscherhäuser trugen zur gesanglichen Ausbildung der Knaben bei. Hof- und Kathedralkapellen verfügten meist über hochqualifizierte Ensembles und die Kapellknabenschulung war auf eine konzentrierte musikpraktische Förderung angelegt. Damit war der Grundstein für die Entstehung von Europas Knabenchören gelegt.

Im Gegensatz zu den Knaben- und Männerstimmen schloss man Mädchen und Frauen von der Kirchenmusik aus. Bis ins 16. Jahrhundert ist der Einsatz von Frauenstimmen im geistlichen Vokalbereich wissenschaftlich nicht eindeutig bestätigt. Mittlerweile existieren auch professionelle Mädchenchöre, die bezüglich ihrer Gesangsausbildung im Gegensatz zu den Teilnehmern der viel älteren Knabenchorinstitutionen nicht mehr benachteiligt werden wollen. Ihnen allen gemeinsam ist die fachspezifische Betreuung im Einzelunterricht, denn neben den Chorproben werden die Kinder ein- bis zweimal wöchentlich einzeln im Singen unterrichtet.